Briefwaage

Im Jahr 1839 kam es zu einer Postreform. Dabei wurde festgelegt, dass die Briefbeförderungsgebühren von dem Gewicht des Briefes, und nicht, wie bisher von der Entfernung abhängen sollen. Somit war es erforderlich, eine Briefwaage zu entwickeln.

Da es noch nichts gab, was dafür in Frage gekommen wäre, wurde der Versuch unternommen,
einfache Geräte zu entwickeln, mit denen es möglich sein sollte, das Briefgewicht festzustellen.

Der Postreformer Rowland Hill erhielt 1839 vom Finanzminister den Auftrag, eine Maschine zu konzipieren,
durch die dieses möglich sein sollte.

Edwin Hill, Roland Hill´s Bruder, schaffte es, nur kurze zeit später eine solche Briefwaage zu entwickeln. Die Pläne wuden dem Finanzminister präsentiert, und Edwin Hill erhielt den Auftarg zum Bau von 30 bis 40 Waagen.

Allerdings war die Briefwaage nicht nur für die Post interessant, sondern auch für Kauf- und Privatleute. Dies führte dazu, dass es zur Entwicklung von Produkten kam, die sowohl für den Heim- als auch für den Bürogebrauch Eignung fanden.

Der Publizist und Postreformer Henry Bopper war einer der ersten Produzenten. Er hatte bereits im August
1839 ein Patent angemeldet. Mit seinen Waagen war es möglich, bis zu einem Gewicht von vier Unzen zu messen. Sie besaßen Markierungen für eine halbe, eine, zwei und drei Unzen.

Nach weiteren Ideen, die jedoch teuer waren, entwickelte Robert Winfield die Kerzenständer-Briefwaage.
In einem zentralen Zylinder war eine Feder untergebracht. Ein Stutzen, er besaß eine runde Metallscheibe,
war darauf platziert. Durch eine senkrechte Scheibe konnte man das Gewicht von null bis vier Unzen ablesen.

Zunächst war es das Prinzip der Neigungswaage, die den meisten Briefwaagen zugrunde lag. Später kam es
auch zur Entwicklung von Waagen, die mit Drehmessstreifen oder elektronischen Messsystemen arbeiten.