Ein offener Kamin steht wohl wie kein zweiter Einrichtungsgegenstand für Romantik und Gemütlichkeit. Ganz anders als früher, da eine solche Feuerstelle oftmals die einzige Möglichkeit war, einen Raum wenigstens ein bisschen zu erwärmen. Heute finden sich in unseren Breiten nur noch ganz selten offene Kamine, was nicht zuletzt an dem geringen Wirkungsgrad liegt. Lediglich 20% der eingesetzten Energie kann schließlich in Wärme umgewandelt werden. Anders in wärmeren Gefilden, wo offene Kamine allein aufgrund des von ihnen ausgehenden Flairs wesentlich verbreiteter sind. Die Mauer, die als repräsentativer Aufbewahrungsort dienen kann, und das Einhängen eines Grills im Brennraum, sind weitere Vorteile eines Kamins.
Wirkungsweise
Offene Kamine beheizen einen Raum ausschließlich durch die Strahlungswärme des Feuers, daraus resultiert auch ihr äußerst geringer Wirkungsgrad. Zumal die warme Luft direkt durch den Schornstein entweicht. Erhöhen lässt sich jedoch der Wirkungsgrad eines offenen Kamins durch verschiedene bauliche Maßnahmen. Je mehr Feuerraumöffnungen ein solcher Kamin besitzt, umso niedriger ist sein Wirkungsgrad. Die Größe der Feuerstelle, der Schornstein und die Bauweise der Kaminwände ist für die Effizienz ebenso von Bedeutung.
Allerdings kann der Einbau von Warmwasserbehältern, die anschließend an eine Zentralheizungsanlage angeschlossen werden, den Wirkungsgrad ganz erheblich steigern. Eine Feuertür ermöglicht auch eine bessere Ausnutzung des Brennmaterials, der Kamin kann danach aber nicht mehr als offen bezeichnet werden.
Bauweise
Grundsätzlich besteht jeder offene Kamin aus einem Mantel, dem Brenneinsatz und natürlich einem Schornstein. Jeder offene Kamin braucht gesetzlich vorgeschrieben einen eigenen Schornstein, an dem keine anderen Geräte angeschlossen sind.
Aufgrund der Bauweise lassen sich verschiedene Arten des offenen Kamins unterscheiden: der lombardische, der französische, der deutsche und der holländische. Während ersterer immer auf einem Sockel oder einer Konsole steht und einen hervortretenden pyramidenartigen Mantel aufweist, befindet sich ein französischer Kamin außerhalb der Wand. Ein im Raum stehender offener Kamin mit einem besonders hohen Mantel wird regelmäßig als deutscher bezeichnet. Ganz im Gegensatz dazu verschwindet ein holländischer Kamin fast vollständig in der Wand. Die wesentlich häufiger benutzten geschlossenen Kamine sind übrigens eine Weiterentwicklung der offenen Kamine.
Standort
Für den Einbau eines offenen Kamins gibt es in Deutschland zahlreiche Vorschriften, so muss sowohl beim Bauamt als auch beim Schornsteinfeger eine Erlaubnis eingeholt werden. Außerdem muss die Grundfläche wenigstens 12 m² betragen, die Räume in denen sich offene Kamine dürfen nicht mit Lüftungsanlagen oder Ventilatoren ausgestattet sein und durch die dahinter befindliche Wand dürfen keine elektrischen Leitungen verlaufen. Weitere Bestimmungen betreffen die Dämmung und die Bodenstärke der tragenden Decke.
Betrieb
Der Betrieb eines offenen Kamins ist nicht dauerhaft gestattet, er darf also nicht als einzige Heizquelle in einem Raum benutzt werden. Eine unregelmäßige Nutzung meint einem vielzitierten Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz zufolge, die Inbetriebnahme darf an nicht mehr als 8 Tage im Monat maximal 5 Stunden lang erfolgen. Da jedoch zahlreiche individuelle Aspekte die Betriebsdauer beeinflussen, sollten Kaminbesitzer vorher immer Rücksprache mit dem zuständigen Schornsteinfeger halten.
Beim Betrieb von einem offenen Kamin sollte immer genügend Verbrennungsluft im Raum vorhanden sein, weil pro Quadratmeter Feuerraum etwa 360 Kubikmeter Luft notwendig sind. Aufgrund der modernen dichten Bauweise muss ansonsten über einen Luftkanal zusätzlich Verbrennungsluft von außen zugeführt werden.


