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Jan 02nd
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Alternativen zum Wannenlift

Ein Wannenlift versucht, behinderten Menschen die Benutzung der Badewanne weiterhin  zu ermöglichen und so die Möglichkeit der Körperreinigung zu geben.

Am häufigsten kommen die Modelle mit festem Sitz zum Einsatz, da sie von den Krankenkassen bezahlt werden und für Menschen mit Behinderungen größtmögliche Sicherheit bieten. Die Vor- und Nachteile dieses Modells werden daher zuerst kritisch betrachtet.

Bei einem Bad befindet sich normalerweise die Person bis zu den Schultern im Wasser und legt sich behaglich und entspannt  zurück. Beim Einsatz eines Wannenlifters ist dies in der Regel nicht mehr möglich. Der Unterbau mit dem Hubantrieb nimmt unter dem Sitz so viel Platz ein, dass der Oberkörper aus dem Wasser ragt. Der Platz am Wannenkopfende wird von der Rückenlehne fast vollständig eingenommen, so dass der Badende sich in einer Sitzhaltung befindet. Richtiges Badevergnügen kommt dabei nicht auf. Außerdem entsteht  Aufwand zur Pflege und Wartung des Geräts. Der Lifter muss angeschlossen und gereinigt werden. Gerade der Aufwand beim Herausnehmen und Transportieren ist wegen der Größe und des Gewichts  nicht zu unterschätzen.

Die Handhabung eines Tuchlifters ist einfacher, da es sich nicht um ein großes und sperriges Gerät handelt. Auch haben Behinderte beim Einsatz dieses Modells das volle Badevergnügen, da sie  sich vollständig in die Wanne gleiten lassen können. Allerdings entsteht ein Montage-Aufwand, da der Wannenlifter mit Tuch an der Wand neben der Badewanne fest montiert werden muss. Die behinderte oder ältere Person muss zudem über gewisse körperliche Fähigkeiten verfügen. Nur mit relativ gutem Gleichgewichtssinn und der Fähigkeit, auf dem Tuch nachzurutschen, kann diese Variante sinnvoll eingesetzt werden.

Ein Sitzkissen ist eine sehr teure Variante. Sie kommt nur für Personen in Frage, die beim Übersetzen keine Probleme haben und durch die etwas wackelige Konstruktion nicht irritiert oder verunsichert werden.

Trotz dieser Probleme sind Badewannenlifter, vor allem die Modelle, die von der Krankenkasse bezahlt werden, stark verbreitet. Gründe sind die mangelnde Kenntnis der Verbraucher über technische Alternativen, aber auch die übliche Versorgungspraxis. Bei entsprechender ärztlicher Indikation unterscheiden die Kostenträger nicht zwischen den verschiedenen Möglichkeiten, die die Wannenbenutzung erleichtern. Vor die Wahl gestellt, haben die Verbraucher dann das Interesse, einen vermeintlich besseren, weil teureren Wannenlifter statt einfacherer Hilfsmittel zu erhalten. Nach den Bestimmungen der gesetzlichen Krankenkassen können ferner nur solche Hilfsmittel verschrieben werden, die nicht fest mit dem Baukörper verbunden sind, wie zum Beispiel Haltegriffe.

Im Anbetracht der Kosten, der Probleme beim Einsatz und dem eingeschränkten Badevergnügen, lohnen sich Überlegungen zum Einsatz von Alternativen von Badewannenliftern.

Schon einfache bauliche Maßnahmen können weniger beeinträchtigten Menschen die Wannenbenutzung sehr erleichtern. So sind an der Wand oder Decke montierte Griffleitern für Rollstuhlfahrer eine große Hilfe zum Ein- und Ausstieg aus der Wanne. Aufgesetzte Badewannengriffe und fest montierte Haltegriffe, die im Handel in vielen Varianten erhältlich sind, bieten zusätzlichen Halt und Sicherheit.

Viele Fachleute sind sich einig, dass eine Duschanlage ohne Duschwanne für Personen, bei denen eine Behinderung vorliegt oder an alterbedingter Multimorbidität leiden, einem Badewannenlifter vorzuziehen ist. Dennoch wird diese Möglichkeit bisher nur wenig genutzt. Eine Ursache sind die hohen Kosten für den Umbau, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Der Umbau von Wohnräumen  fällt in die Zuständigkeit der Pflegeversicherung und muss dort beantragt werden. Voraussetzung für einen Zuschuss der Pflegeversicherung zu Maßnahmen der Wohnraumanpassung ist, dass dadurch häusliche Pflege ermöglicht oder erleichtert wird. Pflegebedürftige müssen dabei zehn Prozent der Kosten selbst zahlen, jedoch nicht mehr als die Hälfte ihrer monatlichen Einkünfte.

Neben diesen Problemen scheuen viele alte Menschen aber auch den Aufwand, den Umbaumaßnahmen mit sich bringen oder lehnen den Einbau Austausch der Badewanne in eine Duschanlage aus Rücksicht auf andere Familienmitglieder ab. Für Bewohner von Mietwohnungen sind rechtliche Probleme und die Verpflichtung zum Rückbau des Badezimmers bei Umzug ein weiteres Hindernis für den Einbau einer behindertengerechten Duschanlage.


 
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