Akupunktur bei Migräne
Migräne ist grausam, das weiß jeder, der unter den Attacken leidet. Und das sind statistisch gesehen immerhin 16 % der Frauen und 6 % der Männer in Deutschland. Besonders betroffen sind Menschen zwischen 25 und 45 Jahren,
inzwischen aber auch immer mehr Kinder und Jugendliche.
Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung. Symptomatisch sind die anfallsartigen, pulsierenden und meist halbseitigen starken Kopfschmerzen, die bei körperlicher Aktivität noch verstärkt werden - oft zusätzlich begleitet von Übelkeit, Erbrechen, starker Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
Schon im Vorfeld eines 60 Minuten bis 3 Tage andauernden Anfalls zeigen viele Patienten eine sogenannte Aura; die Stimmung ist gereizt und es können Wahrnehmungsstörungen auftreten, äußere Einflüsse sind kaum zu ertragen.
Auch nach der eigentlichen Attacke kann die Rückbildungsphase mit Müdigkeit und Erschöpfung noch bis zu 24 Stunden betragen.
Die normale Vorgehensweise ist die Einnahme von Schmerzmitteln wie Aspirin, Paracetamol und Ibuprofen.
Spezielle Migränetherapeutika, die eine heftige akute Attacke stoppen können, stehen außerdem verschreibungspflichtig zur Verfügung, sie weisen aber entsprechende Nebenwirkungen auf.
Ein sehr wirksamens und dabei nebenwirkungsfreies Mittel ist dagegen die Anwendung von Akupunktur bei Migräne.
Akupunktur ein Instrument der traditionellen chinesischen Medizin.
Bei dieser Methode reizt der Arzt mit Akupunkturnadeln genau die Punkte, die über sogenannte Meridiane (die Energiebahnen des Körpers) mit der schmerzenden Körperstelle verbunden sind. Über diesen Reiz werden Impulse ausgelöst, die das Schmerzempfingen effektiv beeinflussen.
Die 2005 durchgeführte gerac-Studie belegt eindeutig, dass mit einer Migräne Akupunktur behandelte Patienten von diesem Verfahren erheblich profitieren. Die zusammenfassenden Ergebnisse stellen fest, dass die Anzahl der Migräne-Tage sich im Versuchszeitraum von 6 Wochen erheblich reduziert hat (im Schnitt um 2,3 Tage). Dies übertraf sogar die Ergebnisse der über 6 Monate mit einer Prophylaxe-Therapie medikamentös behandelten Patienten.
Auch ein halbes Jahr nach Abschluss der Akupunktur gegen Migräne wirkte die Akupunktur noch mindestens ebensogut wie die dauerhafte medikamentöse Prophylaxe.
Die Akupunktur stellt also bei Migräne eine höchst effektive und nebenwirkungsarme Alternative zur herkömmlichen Schulmedizin dar.
Privatkassen und Zusatzversicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für eine Akupunkturbehandlung bei Migräne.
Noch offen ist dagegen, wie der Gemeinsame Bundesausschuss über die Aufnahme der Akupunktur in den allgemeinen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen entscheidet.
Die Akupunktur im Rahmen einer Schmerzbehandlung von chronischen Rücken- und Kniebeschwerden wurde bereits aufgenommen, es ist also zu hoffen.
Wenn ein Arzt das sogenannte Akupunkturdiplom besitzt, kann es in vielen Fällen aber schon mit der Krankenkasse abgrechnet werden.
