Atkins Diät

Atkins Diät

Die Atkins Diät erfreute sich in den Achtzigern und Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts hoher Bekanntheit. Die erlaubten Verzehrmengen an Eiweißhaltigem und tierischen Fetten erlaubte den Menschen vermeintlich, ungehindert zu schlemmen. Doch das ist ein Missverständnis. So war die Atkins Diät nie gemeint.

Abnehmwillige glaubten, bei der Atkins Diät große Mengen Fleisch verzehren zu dürfen. Sie konnten das gesunde Gemüse mehrheitlich weglassen. Lediglich Blattsalate galten als kalorienarme Ergänzung. Sie waren daher erlaubt. Brot, Kuchen oder andere Kohlenhydrat-Träger wurden nur in kleinen Portionen verzehrt. Atkins stellte dafür besondere Rezepte zur Verfügung.

Der Erfinder dieser umstrittenen Diät-Form war der amerikanische Kardiologe Dr. Atkins. Er propagierte, dass eine Ernährungsweise mit viel Fisch, Fleisch, Eiern und Käse die Fettverbrennung anregt. Laut Dr Robert Atkins sollten die Mahlzeiten bei der Atkins Diät zu 40 bis 45 Prozent aus Fetten bestehen. Proteinhaltiges sollte etwa 40 Prozent ausmachen. Kohlenhydrate durften lediglich in Tagesmengen zwischen 15 und 20 Prozent in den Mahlzeiten enthalten sein.

Was ist die Atkins Diät?

Die Atkins Diät ist eine umstrittene Diätmaßnahme. Zum Teil wurden Atkins Konzepte jedoch mittlerweile rehabilitiert. Die Atlins Diät gilt als einer der Vorläufer der heutigen Low Carb-Diäten. An ernährungsphysiologischer Ausgewogenheit ließ es die Atkins Diät fehlen. Daher kam es bei lange durchgehaltenen oder eigenmächtig uminterpretierten Atkins Diäten zu Nährstoffmängeln.

Wie manch andere Diät-Form auch, ist die Atkins Diät in vier Phasen aufgeteilt. Der Einleitungsphase folgen die grundlegende Reduktionsdiät, die Vor-Erhaltungsdiät und die lebenslang durchzuführende Erhaltungsdiät. Diese Phase wird in den meisten Fällen zu Gunsten einer Rückkehr zur gewohnten Ernährung weggelassen.

Wie funktioniert die Atkins Diät?

Als Grundlage der Atkins Diät wurde eine Stoffwechsel-Eigenheit herangezogen: Der menschliche Organismus bevorzugt Kohlenhydrate als Energiequelle. Falls nicht genügend Kohlenhydrate mit der Nahrung aufgenommen werden, nutzt der Organismus ersatzweise eingelagerte Kohlenhydrat-Reserven. Solche Reserven sind zum Beispiel in der Muskulatur oder der Leber zu finden. Man bezeichnet diese Kohlenhydrat-Depots als Glykogen-Speicher. Mit dem Glykogen-Abbau aus der Muskulatur ist der Muskelabbau bei allen energiearmen Diäten erklärt.

Statt seine Fettreserven anzugreifen, scheidet der Organismus bei der Atkins Diät erst einmal viel Wasser aus. Die Ursache dafür ist im Wasserbindungsvermögen des Glykogens zu suchen. Der Wasserverlust lässt sich bereits nach wenigen Diät-Tagen auf der Personenwaage feststellen. Er wird jedoch als echter Diät-Erfolg fehlinterpretiert. Erst bei vollständig entleerten Glykogen-Vorräten werden die Fettpolster und Protein-Vorräte angegriffen.

Ein Problem ist jedoch, dass Fette nicht unmittelbar als Energiequelle taugen. Der Organismus muss die Fette erst in sogenannte Keton-Körper umbauen. Dabei entsteht Aceton. Dieses wird über die Haut oder in Form von Mundgeruch ausgeschieden. Ein hoher Trinkwasserkonsum ist hilfreich. Er verdünnt das Aceton und leitet diese toxische Substanz schneller aus.

Umstritten ist die Atkins Diät, weil sie als einseitige Ernährung zu Nährstoffdefiziten führt. Ohne die Verabreichung von Nahrungsergänzung sollte die Atkins Diät daher nicht durchgeführt werden.

Welche Lebensmittel sind bei der Atkins Diät erlaubt?

In den angegebenen Mengen sind Eier, Fleisch, Speck und fetthaltiger Seefisch wie Forellen, Lachs oder Sardinen sowie Blattsalate erlaubt. Bei den Milchprodukten sind vor allem die vollfetten Produkte interessant. Erlaubt sind Butter, fetter Käse, Schlagsahne oder Joghurt. Der Eierverzehr sollte mit Eiern aus ökologischem Landbau erfolgen. Diese Ernährungsweise kam vielen Menschen entgegen. Heute haben viele Menschen jedoch wegen der Massentierhaltung eine kritischere Sicht auf diese tierproduktreiche Diät.

An Gemüsen sind bei der Atkins Diät nur die kohlenhydratarmen Gemüsesorten – etwa Brokkoli, Grünkohl, Spargel oder Blattspinat gestattet. Nüsse und Saaten wie Mandeln, Walnüsse, Macadamia-Nüsse oder Sonnenblumenkerne sind wegen ihres Fettgehalts erwünscht. Bei den Speiseölen werden Olivenöl, Avocado-Öl oder Kokosöl favorisiert. Auch die Avocado selbst darf gegessen werden. Beim Obst werden nur die sehr kohlenhydratarmen Sorten gestattet. Bananen sind beispielsweise tabu.

Es fehlen bei der Atkins Diät alle zuckerhaltigen Nahrungsmittel und Getränke. Getreidegerichte und Stärkelieferanten wie Kartoffeln werden weitgehend gemieden. Gleiches gilt wegen der Transfette für frittierte Nahrungsmittel und Pommes frites. Fettreduzierte und Diätprodukte sind ebenso tabu wie kohlenhydratreiche Hülsenfrüchte, Gemüse und Obstsorten. Ausgewogenheit bei der Nährstoffbilanz wird nicht hergestellt.

Für wen ist die Atkins Diät geeignet?

Die Atkins Diät ist ebenso umstritten wie die meisten Low Carb-Diäten. Laut ihrer Kritiker sind solche Low Carb-Diäten nicht als dauerhafte Lebensweise geeignet. Die Abnahmewilligen können zwar effektiv überschüssiges Gewicht reduzieren – aber es fehlt an einer ausgewogenen Nährstoffzufuhr.

Die Atkins Diät gilt bei vielen Fachleuten und der “Deutschen Gesellschaft für Ernährung” (DGE) als einseitig und potenziell krankmachend. Das gilt vor allem für Diabetiker, die mit Metformin behandelt werden. Diabetiker sollten daher keine Atkins Diät durchführen. Auch bei bestimmten internistischen Erkrankungen im Bereich der Leber und der Nieren bestehen durch die Ketose erhöhte Risiken. Die dabei entstehenden Stoffe können nicht schnell genug ausgeschieden werden. Eine Azidose droht.

Gegen solche Bedenken stehen jedoch neuerdings veränderte medizinische Sichtweisen. So machen ärztlich überwachte und kohlenhydratarme Ernährungsmodelle bei bestimmten Erkrankungen durchaus Sinn. Die ketogene Ernährung erweist sich bei manchen Erkrankungen als eine effektive Behandlungsoption. Bei der Behandlung kindlicher Epilepsie-Erkrankungen ist beispielsweise eine strikte Einhaltung der Ernährungspläne notwendig.

Bei der Atkins Diät gilt: Diese Diät-Form kann selbst beim gesunden Menschen zu Folgeschäden führen. Das gilt besonders bei monatelang durchgehaltenen Diät-Maßnahmen. Diese Diät-Form kann jedoch kurzfristig durchgeführt werden, wenn der behandelnde Arzt das befürwortet.

Wie sieht ein Ernährungsplan für die Atkins Diät aus?

Problematisch ist bei Diäten mit mehreren Phasen, einen modellhaften Diätplan aufzustellen. Hier soll also nur ein Eindruck von den ersten drei Tagen der stark kalorienreduzierten Einführungsphase (Phase 1) der Atkins Diät entstehen.

Erlaubt sind mindestens zwei Liter Mineralwasser und Kräutertee täglich. Auch schwarzer Tee mit Sahne oder Milchkaffee sind o.k. Unsere Diätvorschläge achten auf etwas größere Gemüseanteile.

Tag 1

Frühstück: zwei hartgekochte Eier, eine Packung Stremel-Lachs, Blattspinat

Mittags: Caesar’s Salat mit 200 Gramm Hühnerbrustfilet und Joghurt-Kräuter-Dressing

Abends: Zwei Hamburger-Patties ohne Brötchen, 200 Gramm Zucchini als Gemüse-Pfanne mit frischen Kräutern und Sahnesoße

Tag 2

Frühstück: drei herzhafte Muffins mit Eiern und Speckwürfeln

Mittags: mit Feta gefüllte Hackbällchen, dazu Salatgurken-Sticks und Tomatenviertel

Abends: zwei mit Hackfleisch gefüllte Avocado-Hälften

Tag 3

Frühstück: ein Becher Hüttenkäse mit Kräutern, Salz und Pfeffer, Salatgurke

Mittags: griechischer Salat mit Feta und Oliven

Abendbrot: 200 Gramm gegrilltes Steak, dazu zwei Grilltomaten