Kinderpatenschaften

Wer Kinder hat, weiß es, und wer keine hat, ahnt es: Kinder sind das große Glück der Menschheit. Von je her waren sie mehr als nur die „Altersversorgung“. Sie sind die Frucht einer Liebe, das Zeugnis vom großen Glück einer Partnerschaft. 

Aber Kinder bedeuten auch Arbeit, Stress und Sorgen. Ihre behütetes Aufwachsen kostet viel Geld, ihre Erziehung unzählige Nerven. Manchmal benehmen sie sich „voll daneben“, manchmal sind sie krank. Trotzdem sind sich die meisten Menschen einig: Kinder erfüllen das Leben. Obwohl sich viele Menschen, vor allem in der westlichen Welt, dringend Kinder wünschen, sind nicht alle Kinder glücklich. Unwissenheit hinsichtlich wirksamer Verhütungsmethoden, große Armut und soziale Konflikte lassen viele Kinder in Unglück und Elend heranwachsen.

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Patenvergleich 2015: Internationale Kinderpatenschaften im neutralen Vergleich
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  • Auflage Nr. 1 (13.08.2015)
  • Deutsch

Einst waren Kinder ein nicht unwesentlicher Teil der Altersvorsorge ihrer Eltern. Eine große Kinderzahl garantierte das Überleben der Eltern in Alter und bei Erwerbsunfähigkeit. In den wirtschaftlich weniger stark entwickelten Staaten gilt diese Regel bis heute. In der Regel wurden Jungen bevorzugt. Während in den meisten Gesellschaften bei der Verheiratung einer Tochter ein Brautgeld zu zahlen ist, macht die Familie mit der Verheiratung eines Jungen einen satten Gewinn. Töchter sind deshalb so unbeliebt, dass sie ihr ganzes Lebens geächtet oder gar gleich nach der Geburt getötet werden.

Kinder sind hilfsbedürftig. Sie sind Erwachsenen mit bösen Absichten, Kriegen und Naturgewalten hilflos ausgeliefert. Sie können sich kaum oder gar nicht wehren und bedürfen deshalb des Schutzes und der Unterstützung. Hilfe für Kinder in Not – das erfährt in unserer Welt viel mediale Aufmerksamkeit

Kinder in Not

Viele aktuelle Ereignisse machen deutlich, dass nicht nur Kinder der Dritten Welt Hilfe benötigen. Nein, auch hier, im vermeintlichen Wohlstand, werden Kinder vernachlässigt und gequält und kommen unter Umständen sogar zu Tode. 

Die Verhältnisse in der Dritten Welt sind jedoch oftmals dramatisch. Mangelnde Hygiene ist häufige Ursache für den Ausbruch von Infektionskrankheiten, die im schlimmsten Fall und ohne Behandlung tödlich verlaufen können. Armut sorgt für Hunger und Unterernährung. Viele Kinder sind auf sich allein gestellt oder müssen ihren Teil zum Familieneinkommen beitragen.

Kranke und behinderte Kinder haben dort keine Zukunft. Ist eine reguläre Schulausbildung schon für gesunde Kinder kaum erreichbar, sind kranke und behinderte Kinder von dieser Möglichkeit faktisch ausgenommen. Ihnen fehlen rudimentärste Kenntnisse, Analphabetismus erschwert ihnen lebenslang eine adäquate Teilhabe an der Gesellschaft. Der Abschluss einer Berufsausbildung muss unter diesen Umständen ein Wunsch bleiben.

An deutschen Universitäten lernt man viele ausländische Studenten kennen, auch aus den sogenannten Entwicklungsländern. Schnell kommt man zu dem Schluss, dass auch dort viele Menschen die Möglichkeit haben einen höheren Bildungsgrad zu erreichen. 

Uns präsentiert sich jedoch in verzerrtes Bild. In der Realität gehören diese Studenten zur Elite in ihrem eigenen Land. Das Studieren und Weiterbilden, insbesondere an einer ausländischen Universität, ist nur einer kleinen privilegierten Gruppe vorbehalten. 

Man kann jedoch von Deutschland aus dazu beitragen, dass mehr Menschen in den Genuss von Bildung kommen, die bei uns zum Standard gehört. Denn es gibt keinen Grund vor der weltumspannenden Chancenungleichheit die Waffen zu strecken. 

Kindersoldaten

Nicht alle Erwachsenen sind derselben Meinung, nicht alle Erwachsenen halten Kinderleben für schützenswert. Manchem ist ein Kinderleben weniger als nichts wert. Dann sind Kinder aufgrund ihrer leichten Manipulierbarkeit begehrte Instrumente und werden häufig als lebendige Waffen eingesetzt. Unter psychischem Druck und mit Hilfe von Drogen erstirbt jedes Kinderlachen. Stattdessen entstehen finstere Kampfmaschinen, sie sind anspruchslos und immer einsatzbereit. 

Solche gewaltvollen Erlebnisse hinterlassen tiefe Spuren bei den Betroffenen, werden sie von ihrem Leiden erlöst bedürfen sie umfassender medizinischer und psychologischer Betreuung, um in die Normalität und ein Alltagsleben zurückzufinden. Einige Stiftungen und Projekte spezialisieren sich in ihrer Arbeit auf Hilfe für ehemalige Kindersoldaten. Sie helfen in befriedeten Gebieten bei der Resozialisierung, denn die fehlgeleitete Erziehung muss berichtigt werden, die Kinderseele braucht Halt und Unterstützung. 

Kindersoldaten begehen unter Druck unvorstellbare Gräueltaten, sie massakrieren, sie foltern, sie töten. Sie verbreiten Leid und Elend, doch leiden sie selbst nicht weniger unter ihren Taten. Sie stumpfen seelisch ab, Persönlichkeitsspaltungen sind keine Seltenheit.

Kein Kind ist von Grund auf böse. Es wird zur Kampfmaschine ausgebildet und leidet selbst genauso wie seine Opfer. Im Resozialisierungsprozess erhalten diese Kinder die Chance auf Bildung, sogar eine Berufsausbildung ist möglich. Ein ganz normales, schattenfreies Leben werden sie nie führen können, doch es gibt die Möglichkeit einen Teil der Ungerechtigkeit, die sie überkommen hat, zu lindern.

Kinderarbeit

Kinderarbeit ist ein großes Problem. Auch wenn in Deutschland und Europa heute diesbezüglich eine sehr fortschrittliche Haltung besteht, niemand darf vergessen, dass die Zeit der Kinderarbeit auch dort nicht so weit zurückliegt. 

Zur Zeit von Karl Marx beispielsweise, die liegt erst 150 Jahre zurück, war ein großer Teil der englischen Textilindustrie von Kinderarbeit abhängig. Die Arbeitsbedingungen waren unwürdig und die Sterblichkeit hoch. In vielen Ländern befindet sich die Industrialisierung auf einem ähnlichen Niveau wie vor 150 Jahren in Europa. Auch hier wird die Arbeitskraft von Kindern häufig ausgebeutet. Kinder sind besonders günstige Arbeitskräfte, sie lassen sich leicht einschüchtern und sie kosten fast nichts. 

Es ist Sache engagierter Menschen in privilegierten Staaten hier einzugreifen und das Leben dieser Kinder zu erleichtern, ihnen Zugang zu Bildung, Nahrung und medizinischer Versorgung zu verschaffen.

Millionen Kinder weltweit müssen arbeiten. Ihre Arbeitsbedingungen sind häufig menschenunwürdig. Sie schuften auf dem Feld oder in der Fabrik, manchmal sogar in Steinbrüchen. Oftmals befinden sie sich in einem Abhängigkeitsverhältnis, das im Prinzip nur noch mit dem Begriff „Versklavung“ zu beschreiben ist. Diese Kinder brauchen Hilfe.

Organisationen, die sich in diesem Bereich engagieren, befreien Kinder aus ihrer Abhängigkeit, oftmals schließen sich Entschädigungszahlungen an. Die wichtigste Entschädigung ist jedoch der endlich mögliche Schulbesuch.

Kinderarmut

Überall auf der Welt leben Kinder in Armut. Sie kennt viele Ausprägungen, übrig bleibt immer eine Konsequenz. Die Kinder werden ihrer Kindheit beraubt. Sie müssen früh arbeiten, um für den eigenen und den Lebensunterhalt der Familie aufzukommen. Für Bildung ist oft kein Geld da oder Bildungseinrichtungen sind unerreichbar weit entfernt.

Auch in Deutschland wird wieder mit dem Armutsbegriff hantiert. Doch in anderen Ländern geht es Kindern ungleich schlechter. Eine staatliche Grundsicherung, in Deutschland für jedes Kind erreichbar, ist längst nicht überall auf der Welt Usus.

Auch in reichen Ländern steigt die Kinderarmut. In den USA zum Beispiel liegt die Zahl der Kinder, die in Armut aufwachsen bei ca. 20 Prozent. In Finnland und Dänemark liegt sie dagegen bei weniger als drei Prozent. Armut im Kindesalter grenzt aus. Kinder armer Familien erleiden materiellen Mangel und damit einhergehend häufig Mangel an Bildung und Erziehung. Mit Armut geht oft eine unzureichende Ernährung und Bewegungsmangel einher. Kinder armer Eltern unterscheiden sich von Kindern reicher Eltern. Sie leben beengt, besuchen schlechtere Schulen und werden oft ungenügend betreut. Das hat zur Folge, dass sie die Schule vorzeitig abbrechen. Damit aber verschlechtern sie ihre Berufschancen und ein verhängnisvoller Kreislauf setzt ein, denn sie werden ja zum Vorbild für ihre eigenen Nachkommen.

Auch Drogenmissbrauch ist häufig Ursache für große Armut, drogenabhängige Eltern verwehren ihren Kindern grundlegende Chancen und Möglichkeiten. Außerdem erlernen die Kinder den Genuss von Drogen dann bereits von ihren Eltern. 

Hilfe für Kinder in Not

Kinder in Not brauchen Hilfe. Sie brauchen Unterstützung und danken sie auf einfache Art, durch ein glückliches befreites Leben, durch Kinderlachen und Lerneifer. Dass Kinder Unterstützung brauchen, ist die Meinung vieler und dementsprechend viele Menschen engagieren sich. 

Kinder sind unsere Zukunft und sie brauchen eine Zukunft, jeder kann mitgestalten. Gerade Opfern von Gewalt, Armut und Ausbeutung darf diese Zukunft nicht verwehrt werden.

Viele Hilfsorganisationen engagieren sich zugunsten benachteiligter Kinder, sie werden häufig von prominenten Paten unterstützt. Doch die menschliche Aufnahmefähigkeit ist begrenzt. So werden Benachteiligte einer Region besonders unterstützt, während andere weiter leiden. Deshalb braucht es sehr viele Paten, damit alle Notleidenden dieselbe Aufmerksamkeit erfahren. Ehrenamtliche Unterstützung wird genauso benötigt wie hohe Spendenvolumina, denn Geld ist ein wichtiger Grundstein der Hilfe. 

Millionen Kindern kann geholfen werden, doch viele andere Kinder leben weiterhin in lebensunwürdigen Umständen. Auch ihnen Würde zu geben, das machen sich viele engagierte Menschen zur Lebensaufgabe. Sie engagieren sich unabhängig von Schicht oder Berufszweig und auch unabhängig vom Netto-Einkommen.

Erzieherische, medizinische und psychologische Betreuung ermöglicht eine gute und sorgenfreie Entwicklung der Kinder. Sie sind nicht mehr allein. Sie erhalten Schutz, Nahrung und Fürsorge. Die Hilfe muss so früh wie möglich beginnen, damit keine dauerhaften Schäden entstehen. Jedes Engagement in diesem Bereich rettet Menschenleben.

Was sind Kinderpatenschaften?

Mit der Patenschaft für ein Kind übernimmt der Einzelne Verantwortung. Die Patenschaft war zunächst ein Ehrenamt der christlichen Kultur. Der Pate begleitet in dieser Eigenschaft in der Regel einen Täufling auf dem Weg in einen festen Glauben. Das Patenamt hat sich weiterentwickelt, heute stehen Paten nicht mehr nur für den christlichen Lebensweg, sondern begleiten das Patenkind darüber hinaus in seiner menschlichen Entwicklung.

Eine Patenschaft ermöglicht die direkte Verbindung zwischen einem Projekt oder Patenkind und dem Paten. Der spendet nicht anonym an eine Organisation, die die Mittel dann nach eigenem Gutdünken verteilt, sondern er kennt das Projekt oder im Zweifelsfall auch die begünstigte Person persönlich.

Kinderpatenschaften sind grundsätzlich nicht unumstritten. Problematisch ist die Konkurrenz, die durch die Förderung einzelner Kinder entstehen kann. Solche Patenschaften werden häufig übernommen, weil jemand konkret Hilfe leisten möchte. Ein Kind in Afrika oder Lateinamerika unterstützen, eine Ausbildung finanzieren, in die Zukunft des Kindes investieren – nicht ein anonymes Unternehmen stützen, sondern den Einzelnen wirklich Bedürftigen, das sind die Hauptbeweggründe.

Die großen Hilfsorganisationen sind vom Konzept der Kinderpatenschaften weitgehend abgekommen, auch wenn viele Spendenwillige genau danach fragen. Patenschaften sind Einzelfallhilfen, mit allem Für und Wider. Heute wird dieser Begriff auf Projekte übertragen. Eine unterstützende Begleitung auch dieser ist möglich. 

Familienpatenschaft

Geht man eine Patenschaft mit einem einzelnen Kind ein, bedeutet das heutzutage nur noch selten, dass die gespendeten Beiträge einzig und allein diesem einen Kind zugutekommen. Und ehrlich: Wäre das auch wirklich sinnvoll?

Meist werden mit den Spendenbeiträgen Familien und Projekte finanziert, die dann auch dem einzelnen Kind, aber eben auch der das Kind umgebenden Gemeinschaft zugutekommen. So werden ganze Familien und Familienverbünde gefördert und entwickelt. Die Bevorzugung Einzelner wird vermieden, stattdessen die Gemeinschaft gestärkt und das soziale Umfeld unterstützt. 

Wirksame Hilfe orientiert sich eher am Gemeinwesen und stützt die Selbsthilfe der Betroffenen. Das einzelne unterstützte Kind wird schnell neidisch beäugt und von der Gruppe isoliert. Häufig werden solche Kinder gemeinsam in Heimen untergebracht, sodass sie ihre familiären und sozialen Bindungen verlieren. 

Trotzdem sind Kinderpatenschaften per se nichts Schlechtes. Sie appellieren an sehr humanitäre Gefühle und Bedürfnisse im Menschen. Der Beschützerinstinkt hilft in diesem Fall nicht nur den eigenen Kindern, sonder überträgt sich auch auf Kinder in echter Notlage.

Familienpatenschaften gibt es auch in Deutschland. Hier geht es weniger um finanzielle, sondern vielmehr um soziale Unterstützung. Familienpaten verbringen Zeit mit Familienmitgliedern und entlasten ehrenamtlich den Alltag der Familie. Solche Aktivpatenschaften haben natürlich einen besonderen, emotionalen Wert. 

Doch auch passive Familienförderung ist möglich. Besonders Familien, in denen der Vorsorger ausgefallen ist, haben es schwer und bedürfen Unterstützung. Betteln kann nicht der richtige Ausweg sein, eine Förderung hilft, den Armutskreislauf zu durchbrechen. Damit die Kinder aber trotz der widrigen Umstände bei ihren Eltern aufwachsen können, ist die Familienpatenschaft ein probates Mittel.

Jobpatenschaft

Jobpatenschaft ist eine Form der Patenschaft, die wiederum in erster Linie aus unseren Landen bekannt ist. Hier helfen im Rahmen der sozialen Verantwortung und Nächstenliebe Ältere den Jüngeren auf dem Weg durchs Leben. 

Doch Bildung und Ausbildung sind nicht nur für manchen schwer zu bewältigen. In vielen Ländern der Erde ist eine grundlegende Schulbildung nicht garantiert. Mit Spenden an Bedürftige können die notwendigen Schreibutensilien bezahlt werden, für Schulbücher steht nun Geld zur Verfügung. Klassenräume und Schulen müssen oft zunächst gebaut werden. Auch qualifizierte Lehrer sind rar.

Und darüber hinaus wird die wesentlich teurere Lehrlingsausbildung möglich. Mit für unsere Verhältnisse vergleichsweise wenig Geld können Werkzeuge und eine Ausbildung finanziert werden. Denn das ist die notwendige Voraussetzung, um sich später selbst finanzieren zu können. 

Auf eigenen Beinen zu stehen, ist das Ziel eines jeden Menschen. Um sich selbst versorgen zu können, bedarf es einer grundsätzlichen Qualifikation. Das muss kein Universitätsabschluss sein, häufig genügt eine kurze Lehrzeit und das richtige Handwerkszeug. 

Menschen, die ihr tägliches Brot selbst erarbeiten können, entwickeln ein ungeahntes Selbstbewusstsein. Sie verstehen sich als aktiven Teil einer Gemeinschaft und werden sich am gemeinschaftlichen Leben Hilfe gebend beteiligen.

Kindern und Jugendlichen in der Dritten Welt kann man über Hilfsorganisationen eine solche Patenschaft antragen. Meist liefert man den monetären Hintergrund. 

Stipendium

In den Genuss eines Stipendiums kommen nur einzelne Patenkinder. Sie erfahren direkte Förderung mit allen positiven wie negativen Konsequenzen. Die Förderung von Einzelpersonen ist nicht mehr up to date. Sie hat sich als schwierig herausgestellt. Doch genau diese Förderung ist sehr publikumswirksam, sie zieht Paten magisch an. Trotzdem ist an ihre Stelle eher die Projektförderung getreten. 

Menschen lassen sich viel leichter zum Spenden bewegen, wenn ihnen das einzelne Schicksal deutlich gemacht wird. Das empfinden sie als echte Hilfe direkt am Menschen. Ein Appell an das Mitgefühl wirkt Wunder. Institutionen und Projekte zu unterstützen mag nicht weniger sinnvoll sein, doch ist es schwieriger dafür Unterstützer zu finden. 

Für viele Stiftungen sind Patenschaften nur noch ein Aushängeschild. In Wirklichkeit investieren sie in Projekte. Da Einzelpatenschaften und Stipendien aber so öffentlichkeitswirksam sind, schlagen manche einen verhängnisvollen Weg ein.

Sie werben mit Einzelschicksalen um Spenden. Dass das Geld nicht Einzelnen, sondern Projekten zugutekommt, verschweigen sie dabei und belügen damit den Spender faktisch um die tatsächliche Verwendung seiner Spende. Dieses Vorgehen ist in gewisser Weise verständlich, doch nicht zu akzeptieren, auch wenn es sich um wirklich humanitäre Projekte handelt. 

Das kann keine Lösung sein, die Hilfsorganisationen machen sich auf die Dauer enorm unglaubwürdig. Stattdessen sollten die ausführenden Organisationen immer transparent machen, wofür sie das gespendete Geld ausgeben, auch wenn die Einzelpatenschaft die effizientere Marketingstrategie zu sein scheint. Nur so entsteht ein Vertrauensverhältnis zwischen Hilfsorganisation und Spender, dass eine Zusammenarbeit auf Dauer gewährleistet.

Alternative: Projektförderung

Wer die richtige Organisation nicht finden kann, die effizient und glaubwürdig Patenschaften vermittelt, sollte gezielt in Projekte für Kinder investieren. Solche Projekte fördern den Gemeinschaftsgedanken. Sie helfen dem einzelnen Kind, indem sie in die Gemeinschaft investieren, beispielsweise ein Dorf, eine Schulklasse, ein Kinderkrankenhaus. So profitieren mehrere Kinder von der Förderung. Es wird verhindert, dass das durch Paten unterstützte einzelne Kind beneidet und deshalb aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wird.

Sicherlich kann man mit der Unterstützung Einzelner individuell mehr erreichen. Mit einer vermögenden Patin sind Schulabschluss und Studium möglich, nach westlichen Vorstellungen, das wichtigste zu erreichende Ziel. Der Spender hat größtmögliche Kontrolle über das eingesetzte Geld, er entwickelt eine persönliche Bindung zum Patenkind und übernimmt echte Verantwortung.

Vor Ort wird eine derartig hohe Qualifikation jedoch meist gar nicht benötigt, Hilfe zur Selbsthilfe wirkt nicht minder motivierend. Einzelpatenschaften funktionieren zwar sehr wirksam, bekämpfen jedoch nicht die Ursachen der Benachteiligung und Armut in der Gesellschaft. 

Die wirksamere Hilfe orientiert sich daher am Gemeinwesen. Nicht Patenschaften sondern Entwicklungspartnerschaften sind in diesem Fall das erklärte Ziel. Die Unterstützung ist effektiver. Einem einzigen Kind den Schulbesuch zu ermöglichen – das kann sehr kostenintensiv sein (Kosten für Schulmaterial, Anfahrt, eventuell Begleitung oder Internat). Von einem ähnlichen Betrag kann oft eine Dorfschule errichtet und mit Lehrern besetzt werden. Dann profitieren alle Kinder der Nachbarschaft und das einzelne geförderte Kind steht nicht mehr allein. 

Kinderpatenschaften haben sehr stark emotionalen Charakter. Die Spendenbereitschaft wird durch die geweckten Beschützerinstinkte erhöht. In vielen großen Spendenorganisationen stehen Patenschaften jedoch für die Hilfe für eine Gemeinschaft. Das einzelne Kind steht dann sozusagen als Vertreter, dies sollte immer klar ersichtlich sein.

Kinderpatenschaften in der Diskussion

Sehr viele Organisationen werben um Spenden, die der Dritten Welt zugutekommen sollen. Sehr viele Organisationen werben mit der Vermittlung von Kinderpatenschaften. Inwieweit sie diesbezüglich seriös vorgehen, ist im Einzelfall zu prüfen. In der Regel machen Stiftungen und Projekte korrekte Angaben über die Verwendung der Spendengelder, denn sie werden regelmäßig überprüft.

Diskutiert wird aktuell besonders heftig über das Verhältnis der Verwaltungskosten zum Gesamt-Spendenvolumen. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen „DZI“ vergibt ein sogenanntes Spendensiegel, das die Einschätzung der Hilfsorganisationen erleichtert. Nach seiner Maßgabe ist ein Werbe- und Verwaltungsaufwand ab einem Anteil von 35 Prozent nicht mehr zu vertreten. Die meisten Organisationen wenden zwischen 10 und 20 Prozent für diese Zwecke auf.

Patenschaften versprechen den Institutionen eine sichere Kalkulation des Spendenaufkommens. Paten sind emotional mit dem Patenkind verbunden und spenden deshalb besonders regelmäßig und verbindlich Geldbeträge, häufig auch in der Größenordnung von mehreren hundert Euro. Um die Bindung zu stärken, wird ein Kontakt zwischen Paten und Patenkind hergestellt. In der Regel wechseln mehrmals im Jahr Briefe über die Ländergrenzen, welche die Entwicklung des Patenkindes auch anhand von Fotos verdeutlichen.

In seltenen Fällen besuchen Paten ihre Patenkinder, um sich über den Verlauf der Unterstützung, des Hilfsbedarfs, der Umsetzung der eingesetzten Gelder selbst zu informieren. Schulbildung und Gesundheitsversorgung müssen dann für das einzelne Patenkind natürlich hervorragend sein. Seine Umgebung profitiert aber kaum von der Spende, nicht einmal der engste Familienkreis. Immer mehr Organisationen klären über dieses Missverhältnis auf und versuchen Spender an Projekten zu beteiligen.

Richtig spenden

Auch wenn mancher sein Geld mit vollen Händen unter Bedürftigen verteilt, er tut dies nur unter der Prämisse eines verantwortungsvollen und umsichtigen Umgangs mit dem schwer verdienten Geld. Ohne Gegenleistung wird der Strom schnell versiegen. 

Damit das Vertrauen nicht enttäuscht wird, sollte man an vertrauensvolle Organisationen spenden, deren Tätigkeit im Vorhinein eingehend untersucht und geprüft wurde. Ist man von der Redlichkeit der tätigen Organisation überzeugt, sollte man ihr das entsprechende Vertrauen entgegenbringen und sie nicht mir übertriebenem Kontrollgebaren unter Druck setzen.

Spenden ist ein karitativer Akt, der in einer Welt voller Ungerechtigkeit geeignet ist, diese ein klein wenig zu lindern. Spenden und Patenschaften helfen. Spendenbetrug wird deshalb als besonders frevelhaft empfunden und wird den Willen zu helfen auf Spenderseite eindämmen.

Auch wenn man in der Helferrolle ist und somit grundsätzlich schon Gutes tut, kann man zusätzlich beitragen, die Effizienz der eigenen Spende zu erhöhen. So wie niemand gern Geld verschenkt, ärgert er sich, richtig informiert, natürlich auch über den unsinnigen Einsatz derselben.

Besonders in der Kritik stehen zweckgebundene Spenden und Kleinspenden nach dem Gießkannenprinzip. Der Verwaltungsaufwand, den diese verbreiteten Spendenarten produzieren, kann auch die effizienteste Spendenverwaltung nicht aufwiegen. Kleinspenden für verschiedene Organisationen sollte man zu einer größeren Spende bündeln.

Der Wunsch, etwas Gutes zu tun

Der Wunsch etwas Gutes zu tun, ist vielen Menschen eigen. Sie sehen im Fernsehen oder lesen in den Zeitungen von Leid und Elend anderer Menschen. Auch wer nur wenig empathisch reagiert ist hin und wieder von dem Wunsch beseelt, den weniger gut Gestellten unterstützend unter die Arme zu greifen, den eigenen Wohlstand und das Lebensglück mit anderen Menschen zu teilen. 

Viele Prominente setzen sich immer wieder für die gute Sache ein, doch auch im Verborgenen finden sich immer mehr Engagierte. Solcherart Engagement bringt Anerkennung und Respekt und ermutigt auch die Zögerlichen zum Mitmachen. Das erlebte Gemeinschaftsgefühl vergrößert die Möglichkeiten der Hilfsorganisationen zusätzlich. Gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun, stärkt die Gemeinschaft hier und vor Ort. Gemeinsam setzen die Paten Geld und Arbeitskraft dafür ein, dass die Welt ein klein wenig gerechter wird. Auf allen Kontinenten warten notleidende Kinder auf Hilfe. 

Wer von einer Familie in Not, einem kranken Kind oder großem Hunger berichten kann, deren Schicksal selbst erlebt hat, ist natürlich besonders motiviert zu helfen. Schicksale persönlich zu erleben, rührt die Menschen und macht betroffen.

Ausreden gibt es keine, Zeit sich zu engagieren hat fast jeder. Die Patenschaft ist ein Weg, darüber hinaus kann man sich immer auch qua Ehrenamt engagieren, wenn das Geld knapp ist. Und das alles ist wesentlich erfüllender als sich täglich dem Shopping-Wahn hinzugeben, und damit das selbst verdiente Geld für Unwichtiges auszugeben. 

Ehrenamt und Patenschaft sind gut für das eigene Weltbild. Der Horizont wird größer, Kleinigkeiten verlieren an Wichtigkeit. Wer das Schicksal hungernder Kinder kennt, wird die eigenen kleinen Ungerechtigkeiten des Alltags mit wesentlich mehr Gelassenheit betrachten.

Dauerspende oder Einzelspende

Die Bereitschaft zu spenden steigt besonders stark, wenn das Elend in den Medien häufig Abbildung findet. Bestes Beispiel sind die Terroranschläge von New York oder die Tsunami-Katastrophe in Sri Lanka.

Bild- und wortgewaltig wird in allen Medien berichtet, Leid und Elend werden nachgerade erlebbar für den eigentlich unbeteiligten Zuschauer oder Leser. Kaum ein Ort auf der Welt ist heutzutage für Medien unerreichbar. Jedes Thema kann zur Nachricht werden. Auch jedes Unglück. 

Doch nicht alles Unglück der Welt ist für den einzelnen Menschen erfassbar. Welche Nachrichten ihn tatsächlich erreichen, beruht gerade in den klassischen Medien auf der Entscheidung Einzelner. Das Internet verändert diesen Informationsfluss. Jede Nachricht und sei sie noch so belanglos wird hier auf Dauer abgebildet. Auch das Wort Einzelner findet Gehör und kann enorme Aufmerksamkeit erfahren. Ob und in welchem Maße das passiert, ist nicht zu einem geringen Grad vom Zufall abhängig.

Gerade Naturkatastrophen ziehen häufig eine Flut von Einzelspenden nach sich. Berührt von den Bildern der Medien, fühlen sich Viele verpflichtet einen Beitrag zum Wiederaufbau zu leisten. Sie tun dies in der Hoffnung, wirklich Gutes zu tun und Leid zu lindern. Solche Einzelspenden werden häufig mit einem Verwendungszweck versehen. Denn den Opfern des Tsunami soll die Hilfe ja zuteilwerden. 

Doch gerade in diesem Fall zeigte sich, dass das Spendenvolumen, die Höhe der benötigten Gelder für die Soforthilfe bei Weitem überschritt. Zweckgebundene Gelder dürfen natürlich nicht zweckentfremdet werden, dies wäre Spendenbetrug. Deshalb kontaktieren die Hilfsorganisationen ihre Spender und fragen nach der Freigabe für einen anderen Verwendungszweck. Die Bereitschaft dazu ist überwältigend groß, denn inzwischen rücken andere soziale Brennpunkte in den Fokus, während die Not am alten Ort gelindert werden konnte. 

Wirksam und nachhaltig

Jeder Spender verbindet mit seiner guten Tat eine Hoffnung. Er möchte andere Menschen in ihrem täglichen Kampf unterstützen und aus dem Kampf vielleicht ein lebenswertes Leben machen.

Eine wirklich wirksame Spendenpraxis wird nur durch Investition in nachhaltige Projekte erreicht. Wer helfen möchte, sollte sich überlegen, dies dauerhaft zu tun, wenn er dazu finanziell in der Lage ist. Deshalb ist eine (Projekt-)Patenschaft durchaus der richtige Weg. 

Förderer und ausführende Organisation gehen eine Partnerschaft ein. Ein verlässlicher Partner ist die beste Basis nicht nur im Privatleben. Das gilt für die Organisation wie für den Spender selbst. Er muss sich sicher sein, dass sein Geld sinnvoll eingesetzt wird, dass die Arbeit auch wirklich und vor allem effektiv geleistet wird, dass die unterstützten Menschen Sicherheit erfahren. Seriöse Partner informieren regelmäßig über den Fortschritt von Projekten und die Verwendung der Spendengelder.

Die Organisationen sollten deshalb ihre Unterstützung in einer Art anlegen, die eine dauerhaft tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand bietet. Die Ausbeutung vorhandener Ressourcen muss gleichzeitig gestoppt werden. 

Und auch auf sozialem Gebiet müssen Menschen nachhaltig gefördert werden. Alle Mitglieder einer Gesellschaft sollen gleichberechtigt beteiligt sein, so entsteht eine zukunftsfähige, moderne Gesellschaft, die neu auftretende Problemlagen zu einem großen Teil selbst bewältigen kann.

Prominente Paten

Viele Prominente unterstützen Patenschaften und gehen mit gutem Beispiel voran. Als Personen des öffentlichen Lebens hat ihr Engagement natürlich einen besonders hohen Stellenwert, wirkt es doch beispielhaft für die zahllosen Nicht-Prominenten. 

Natürlich sind die Prominenten nur ein kleiner Teil der Zahl der tatsächlichen Paten, jedoch erzielen sie eine besonders hohe Aufmerksamkeit. Ihr Ziel ist es, die Form der Patenschaft publik zu machen und stellvertretend die große Zahl der anonymen Paten zu repräsentieren. 

Prominente haben häufig einen viel größeren Aktionsradius und einen weiteren Horizont als Otto Normalverbraucher und Lieschen Müller. Sie kommen in der Welt herum und erleben auch Leid und Elend, wenn sie dafür empfänglich sind. Engagierte Persönlichkeiten berichten davon.

Sie lassen sich nicht nur in Fernsehshows sehen und erspielen Spendengeld unter Aufsicht der Öffentlichkeit. Darüber hinaus engagieren sich viele Paten wirklich. Sie besuchen die Orte des Leidens und versuchen persönlich zu helfen.

Ob Peter Maffay, Michael Lesch oder Wigald Boning, alle engagieren sich und zwar nicht nur um des guten Rufes willen, sondern aus echtem Interesse an den Kindern und ihrer glücklichen Zukunft. Dazu beizutragen bedeutet nicht nur Verantwortung zu übernehmen, man wird auch mit Respekt und Anerkennung belohnt. Gemeinschaft basiert auf Geben und Nehmen, überall auf der Welt.



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